SPAM
- den Datenmüll bekämpfen.
Ein Artikel von M.Rogge ©Juli/August 2003
Oftmals wundert
man sich, dass man E-Mails von Frauen bekommt, die man gar nicht kennt oder
man wird permanent von irgendwelchen Internetangeboten z.B. für potenzfördernde
Mittel belästigt.
Kurz und werbefrei möchte ich Ihnen in diesem Artikel erklären woher
SPAM kommt, wie man sich schützen und wehren kann.
Ziemlich weit verbreitet sind derzeit Nachrichten wie diese:
"Hallo XXXXXXXXXXX,
Jemand hat Dir eine Video-Botschaft in unserem System aufgenommen.
Um die Nachricht anzuschauen klicke bitte auf den unten angezeigten Link.
Wir wünschen Dir viel Spaß mit Deiner persönlichen Botschaft
!
Zum Anzeigen der Nachricht hier klicken, Automatische Nachricht von Message-Online"
Die URL lautet dann: http://members.tripod.com.pe/lucky/messagorig.txt?sid=19140218135E10010001590207240255164F030
4084545500B415B5044054E0A5044025E42534A0652.
Dabei taucht nicht nur das Problem der SPAM Mail auf, sondern zugleich noch
das große Übel mit den bekannten 0190-Dialern oder Dialern anderer
Länder.
Ein Trick dabei ist auch, dass der Absender "Nadja Weber@web.de" heisst,
jedoch der Ursprung dieser E-Mail sich von der angezeigten Adresse unterscheidet:
"Nadja Weber@web.de" <sxeeuy@centurytel.net>.
Hallo, jemand hat für XXXXXXXXX eine Livecam-Botschaft in unserem System
hinterlegt.
Bitte schauen Sie in unseren Chat und rufen Sie diese dort ab.
Video-Botschaften werden generell 48 Stunden gespeichert.zur LiveCam-Botschaft.
Auch hier wieder ein sehr merkwürdiger Link:
http://345k34j5h235235bklzu45634dgt435dtu435jfhjf4533ser654@c005.tripod.com.br/mmm.txt?sid=19140218135E10010001
590207240255164F03040843445E0D475B5B40054E0A5043065D42534A0652.
Ein Spamer ist vor wenigen Wochen gefasst worden, jedoch geht das Massenmailen
munter weiter, also sollte z.B. earthlink.net auf jeder Spamliste stehen.
(hier die Meldung auf heise.de: http://www.heise.de/newsticker/data/see-15.05.03-001/
)
So werden unter
anderem veröffentlichte E-Mail Adressen abgescannt, die irgendwann einmal in
Gästebüchern oder öffentlichen
Foren zu lesen waren.
Werden beispielsweise E-Mails oder E-Mail Adressen gefunden, die z.B. basicprojekt@xxxxx lauten, so werden
neue E-Mails erstellt, die an alle denkbaren basicxxx@xxx Adressen verschickt werden.
Auch werden zum Beispiel E-Mail Adressen von E-Mail Providern wie GMX oder WEB.de
gefälscht, um die Empfänger in falscher Sicherheit zu wiegen: Automatic
Mail@gmx.de" <BvtomaticMbil@tiscali.it>.
Angezeigt wird hier nur Automatic Mail@gmx.
Zum
Schutz vor SPAM kann man einiges tun!
Sie sollten einfach auf den Absender einer E-Mail achten, die Ihnen zugestellt
wird.
Die meisten Menschen mit denen man im Internet kommuniziert kennt man namentlich
oder per E-Mail Adresse und so kann SPAM bereits hier erkannt werden.
Programme helfen da schnell und schaffen Abhilfe, indem diese Briefköpfe,
Header und Inhalte von E-Mails prüfen und anhand von langen Auswertungen
eine Erkennung ausgeben können.
Weiterhin würde ich Ihnen empfehlen, sich eine geschäftlich genutzte
E-Mail Adresse und mindestens eine andere, nicht geschäftliche E-Mail Adresse
zuzulegen.
Dann würde ich mir genau überlegen, wo und wem ich die geschäftlich
genutzte E-Mail Adresse bekannt gebe.
Der E-Mailprovider WEB.de setzt dabei auf ein 3-Wege System.
Zum anderen
bietet WEB.de den Nutzern des WEB.de Dienstes eine erweiterte ANTI-SPAM Lösung
an, die in der Freemail
nicht enthalten ist.
Spamschutz beginnt wie vieles in der Internetsicherheit
im Kopf.
Spam ist nicht nur ein Problem eines Betroffenen, der eine oder zehn Spam-Mails
bekommt, sondern Spam verstopft die Internetwege, blockiert Mail- und Web-Server
des Internet.
Natürlich sind wir Vertreter der Internetkultur, die die schnellen Kommunikationswege
schätzen.
Diese Wege werden aber in jeglicher Richtung immer wieder durch verschiedene
Formen von Werbung und SPAM sabotiert oder gestört werden.
Wie und vor allem wo finden SPAM-Betreiber E-Mail Adressen?
Oft werden einfachste Methoden genutzt, um E-Mails für Datenbanken zu sammeln,
die dann im Anschluss Werbe-Mails versenden die hinlänglich als SPAM bekannt
sind. (Sofern unerwünscht!)
Hier muss eine Möglichkeit erwähnt sein: Betreiber von Newslisten,
Mailinglisten oder von Portalen nutzen die E-Mail Adressen der User, die sich
registrieren um eine Datenbank zu füllen und diese entsprechend zu verkaufen.
Sehr oft ist es in allgemeinen Geschäftsbedingungen von Freemaildiensten
verankert, dass Werbemails von Drittanbietern erstellt werden und somit die
Weitergabe der E-Mail Adresse mit der man sich registriert hat, garantiert ist.
Weiterhin gibt es sehr viele Programme auf dem Markt, mit denen man Newsgroups
und Webseiten scannen kann, um nach E-Mailadressen zu suchen.
Diese Technik nennt man in Fachkreisen Harvesting und ist derzeit weit verbreitet,
da Programme die auf diese Art arbeiten viele zusätzliche Funktionen anbieten.
Eine abgewandelte Form hiervon ist das SMTP-Harvesting, bei der dann alle Formen
vor einem @Zeichen an einem Server abgefragt werden.
Gesendete E-Mails die ohne eine Fehlermeldung zurück kommen sind zu 99%
existend und können entsprechend weiterverwendet werden.
Im anderen Fall (so schreibt das SMTP Protokoll vor) sendet der Server eine
Fehlermeldung und die E-Mail Adresse die nicht existend ist kann verworfen werden.
Welche Schritte kann man einleiten, um gegen SPAM vorzugehen
und sich zu schützen?
Zum einen hat man immer die Möglichkeit, sich an den E-Mailprovider direkt
zu wenden und eine sachlich formulierte Beschwerde einzureichen.
Weiterhin besteht eine Möglichkeit sich direkt an den Provider der Absendermail
zu wenden, die den Verlauf der E-Mail nachvollziehen können.
Es besteht ebenfalls die Möglichkeit, wenn man mit Outlook oder Outlook
Express arbeitet einen Empfänger zu sperren wenn von dort eine E-Mail eintrifft.
Auf keinen Fall sollte man auf eine SPAM Mail direkt mit einer Beschwerde antworten,
da somit gewährleistet ist, dass die E-Mail als SPAM angekommen ist.
Sehr wichtig erachte ich E-Mails so zu versenden, dass bei mehreren Empfängern
die einzelnen Adressaten nicht sehen, wer diese E-Mail noch erhalten hat.
Hierzu setzt man die weiteren Empfänger auf BCC (Blind Carbon Copy) und
sich selbst in die TO Leiste ein.
Eine weitere Schutzmöglichkeit ist, die E-Mail auf einer Homepage im UniCode
einzugeben und somit unlesbar für Harvesting-Methoden machen.
Dies kann unter anderem dann so aussehen: (Quellcode in HTML einbetten)
<a href="mailto:mr@brai
n-pro.de">E-Mail
an Brain-Pro Marko Rogge senden</a>
Auf der Internetseite ist dann nur "E-Mail an Brain-Pro Marko Rogge senden"
zu lesen und im Quelltext ist die E-Mail nicht erkennbar.
Diesen automatischen Generator finden Sie auf dieser Internetseite:
http://www.lerneniminternet.de/htm/tip_spam-email.html
Folgendes Kleine JavaScript bietet ebenfalls Abhilfe:
<script language="JavaScript">
<!--
var name = "Test";
var domain = "testdomain.de";
document.write('<a href="mailto:' + name + '@' + domain + '">');
document.write(name + '@' + domain + '</a>');
//-->
</script>
Ein weiteres Programm
hierfür ist das Mailto-Verschlüsselungsprogramm von Peter Hahm.
Sie finden es unter: http://www.ib-hahm.de
Ich möchte Ihnen als eine weitere Schutzmaßnahme NoHTML empfehlen.
Dieses kleine Script, in Outlook oder Outlook Express importiert, sorgt dafür,
dass Sie keine E-Mails mehr im HTML-Format erreichen,
und gleich in Klartext dargestellt werden.
Dies ist sehr nützlich, da sehr viele SPAM Mails mit Dialerlinks versehen
sind die man sonst nicht erkennen kann:
http://ntbugtraq.ntadvice.com/download/Nohtml.zip
Ein weiteres Produkt
was ich einige Tage lang getestet habe kommt von der Firma
Eleven GmbH mit dem Gründer R.Rothe.
Die Firma hat das Produkt eXpuregate entwickelt, dass Serverseitig die E-Mails
bereits dort nach verschiedenen Kategorien filtert und entsprechend dann weiterleitet.
Der Service ist für private Kunden ein kostenloser Dienst und geschäftliche
Nutzer können auf eine kostengünstige Variante zurück greifen.
Das Programm bietet verschiedene Einstellungsmöglichkeiten an, wie mit
SPAM verfahren werden soll:
# Einstellen, an
welche E-Mail-Adresse eine Kategorie gesendet werden soll.
# Individuelle Kopfzeilen (Header) hinzufügen.
# Kopfzeilen (Header) löschen.
# Ändern der Betreffzeilen (Subjectheader).
# Gleichbehandlung verschiedener Kategorien.
Weiterhin ist eine sehr ausführliche Hilfe dazu angeboten, die das Konfigurieren
sehr einfach und leicht macht.

Sehr schön
im Bild ist erkennbar, wie einzelne E-Mails behandelt wurden und in welche Kategorie
diese eingeteilt sind.
Welche Kategorie was genau beinhaltet wird entsprechend in einer Legende dargestellt
und man kann selbst bestimmen, wie mit welchen E-Mails verfahren werden soll
und wohin die E-Mails weitergeleitet werden.
Weitere Informationen zu eXpuregate: http://www.eleven.de
Weiterführende
Links und Infos:
Hacking Intern
- Kapitel 7, ab Seite 397: 0190-Dialer von seriös
bis illegal & Spam und Flaming - wenn das Postfach platzt
Produkteauswahl auf PC-Welt, englisch:
http://www.pcworld.com/downloads/browse/0,cat,1447,sortIdx,1,00.asp
Öffentliche Veranstaltung der SPD-Fraktion:
http://www.spdfraktion.de/perl/dbdoc?category=events&subcat=aktuell&id=28987&type=event&locator=/veranstaltungen/xx#
E-Mail Header erkennen und verstehen:
http://sites.inka.de/ancalagon/faq/headerfaq.php3
Wiederruf der Genehmigung zur Speicherung von Daten für
werbliche Zwecke:
http://www.schnappmatik.de/TFFFFF/
Harvestinginformation:
http://www.openarchives.org/OAI/2.0/openarchivesprotocol.htm
Yahoo gegen SPAM:
http://de.docs.yahoo.com/spamguard/use/index.html
Programme gegen SPAM:
SAProxy: http://saproxy.bloomba.com/
SPAMNet: http://www.cloudmark.com/
SPAMPal: http://www.spampal.org/
MailShield Desktop: http://www.lyris.com/store/mailshield/desktop/download.html
SPAM Assassin: http://spamassassin.org/index.html
K9-Spam Filter: http://www.8ung.at/thebatinfo/spam/k9.htm
Beste Grüße, Marko
Rogge - Security Consultant
Brain-Pro Security : www.brain-pro.de
10.07.2003 // Update 04.08.03
Danke an U.Laumann und A.Peter für Hilfe und Korrektur