Spammer
werden immer dreister und der Kampf immer schwerer!
Ein Artikel von M.Rogge ©September
2003
Es
ist ein belastendes Problem für das gesamte Internet, für jeden einzelnen
Internetuser und für die Internetprovider: SPAM.
Die Massen an E-Mails mit Werbung für dubiose Geschäftsideen, Viagra
und zweifelhafte Haarwuchsmittel nehmen permanent zu.
Bisherige Anti-Spam Betreiber gehen langsam aber sicher in die Knie und geben
den Kampf gegen Spam auf.
Man kann derzeit nur schwer abschätzen welcher Schaden unmittelbar durch
SPAM entsteht, wenn täglich Hunderte, Tausende ja sogar Millionen E-Mails
in Form von Spam mit unerwünschter Werbung ins Haus kommen.
Leider ist es oft nicht ausreichend genug, dass man seinen lokalen E-Mail Client
absichert und/oder durch ein E-Mail Filtering den Postverkehr an der Firewall
abfängt, denn der Traffic ist weiterhin sehr hoch und lässt sich kaum
beziffern.
Durch die neuartige Spamwelle ist es nun möglich, öffentlich bekannte
Domainnamen als Absender einzutragen und somit für eine Beschwerdewelle
zu sorgen die bei den angeblichen Versendern eintritt.
Geschieht dies über einen realen Internetprovider, so kommen natürlich
auch die E-Mail Meldungen zurück, ob eine E-Mail nicht zustellbar war und/oder
bei eingeschalteter Benachrichtigungsoption auch noch die Empfangsbestätigung.
Die verzeichneten Absender sind aber nicht die Urheber der Spammails, sondern
sind ebenso einem Betrug aufgelaufen wie der Empfänger, der diese Werbemail
in Form von Spam nicht haben möchte.
Bei einem Internetprovider aus der Region Oberfranken laufen täglich mindesten
40-50 E-Mails als Spam je E-Mail Account auf.
Nach Angaben des Providers bestehen derzeit aktuell 800 E-Mail Accounts, die
dann ein Gesamt-Spam-Aufkommen von ca. 32.000 E-Mails aufweisen!
Brain-Pro Security untersuchte in einer Umfrage bei Unternehmen, wie hoch das
Aufkommen an täglichen Spam E-Mails ist um einmal mehr als deutlich aufzuzeigen
wie enorm die Verbreitung ist.
In dieser Umfragen wurden ca. 60 Unternehmen und Behörden angeschrieben
und konkret um Auskunft über die Anzahl der eintreffenden Spam E-Mails
zu geben.
Die Zahlen waren schon verblüffend, denn in allen Unternehmen wurden täglich
je E-Mail Account ca. 40-50 Spam E-Mails gezählt.
Einige Unternehmen nannten hierzu entsprechende Account-Anzahlen, die eine ungefähre
Berechnung zulassen:
So laufen in einem Unternehmen mit ca. 8 E-Mail Accounts nach eigenen Angaben
ca. 240 Spam E-Mails auf, die mit satten 4-50 kb jeweils auf dem Server geschrieben
werden.
Bei einigen Unternehmen wurden täglich auf einem Account ca. 100 Spam E-Mails
gezählt die meistens noch per Hand aus dem Posteingang entfernt werden.
Dies bedeutet hier zunächst einen Mehraufwand an Arbeit und nicht zu vernachlässigen
der Mehraufwand an Traffic durch den E-Mail Server, über den die E-Mails
abgerufen werden.
Rechnet man also bei ca. 60 Unternehmen einmal die Belastung hoch, dann kann
man von einem schadhaften Aufkommen von ca. 19.000 E-Mails durch Spam sprechen
das jedoch nur auf der Basis von ca. 10 E-Mail Accounts besteht.
Rechnen Sie selbst hoch, wie sich das E-Mail Aufkommen nach oben korrigieren
lässt.
Bei einem Unternehmen mit ca. 50 E-Mail Accounts kann man von ca. 2000 Spam
E-Mails je Tag sprechen und einem erhöhtem Traffic von ca. 50 MB.
In vielen der betroffenen Fälle von Spam kommen weitere Probleme hinzu,
die ernst genommen werden müssen: Computerwürmer verbreiten sich auf
diese Weise!
Der recht aktuelle Computerwurm W32.Swen verbreitet sich per E-Mail und versendet
als Anhang einen angeblichen Patch für Microsoft mit ca. 106kb.
Dieser Wurm gibt vor ein Update von Microsoft zu sein und installiert nach der
Ausführung ein scheinbar sichtbares Update.

Einige
der befragten Unternehmen gaben zusätzlich an, neben den "üblichen"
Spam E-Mails auch sehr viele E-Mails mit dem angeblichen Microsoft-Updates zu
erhalten.
Somit wird hier der Traffic eines jeden Internet Providers zusätzlich in
die Höhe getrieben und weitere Kosten enstehen.
Mehr Informationen zu dem Wurm W32.Swen erhalten Sie auf deutsch hier:
http://securityresponse1.symantec.com/sarc/sarc-intl.nsf/html/de-w32.swen.a@mm.html.
Bei einem der größten Internet Provider AOL spricht man derzeit von
täglich ca. 2,3 Milliarden abgeblockten Spam E-Mails und die Zahlen sind
weiter steigend.
Der weltweite Schaden geht derzeit geschätzt weit in die Millionen und
ein Ende dieser Internetplage ist nicht abzusehen.
Spam den Kampf ansagen!
In einem Bericht vor einigen Wochen habe ich bereits das Thema Spam aufgegriffen
und auch aufgezeigt, welche Möglichkeiten es derzeit gibt, sich wirkungsvoll
dagegen zur Wehr zu setzen.(http://www.brain-pro.de/antispam.htm)
Wichtig ist hierbei auf ein System zu setzen, dass Spam auch wirkungsvoll bereits
automatisch bekämpfen kann und durchaus lernfähig ist.
Eines dieser Systeme ist das kostenlose Programm Spam Bayes, dass auf ein Verfahren
von Bayes beruht, wonach eine Klassifikation von Texten für eine bedingte
Wahrscheinlichkeit der Bayes Formel beruht. (http://spambayes.sourceforge.net/)
In kurzen Schritten habe ich hier einmal aufgeführt, wie schnell mit Spam
Bayes gearbeitet werden kann und wie leicht das Programm lernt, Spam zu klassifizieren
und entsprechend automatisch zu filtern.

Eine SPAM E-Mail trifft im OutlookXP ein und wird nach der Konfiguration gleich
in den angelegten Ordner "verdächtig" verschoben.
Zusätzlich sehr gut zu erkennen, dass es sich hierbei normalerweise um
eine HTML formatierte E-Mail handelt, die jedoch durch das zusätzliche
Tool NoHTML als Text E-Mail angezeigt wird.
Sie finden am Ende des Artikels einen Hinweis auf NoHTML.

Das Programm kann in der Bedienungsleiste gleich die E-Mail als Spam löschen.

Die E-Mail verschiebt sich automatisch von "verdächtig" in den
Ordner "Spam" der ebenfalls angelegt werden muss.

Sind einige Spam E-Mails einmal eingetroffen, so kann man in der Konfiguration
den Trainigsmodus einstellen und
Spam-Bayes erkennt alle E-Mails aus dem Posteingang und Ordner Spam und merkt
sich den Stand.

Training abgeschlossen und Spam-Bayes hat die Spam E-Mails klassifiziert.

Hier sehen Sie die Einstellungsoptionen von Spam-Bayes, durch die nach einigen
Trainigsläufen Spam automatisch gefiltert wird.
Oftmals
ist es jedoch auch so, dass man einen Spammer direkt verfolgen kann.
Beispielsweise versendet eine deutsche Firma eine Werbemail direkt per E-Mail
und wirbt um ein Kaffeeprodukt.
Der Absender ist in so einem Fall eindeutig zu ermitteln und man hat die Möglichkeit
hier dagegen vorzugehen.
In einem Fall war der Spammer sogar so dreist und hat alle Empänger in
die CC Liste eingetragen und so weiterhin zur unerwünschten
Verbreitung von E-Mail Adressen beigetragen.
Eine entsprechende E-Mail kann dann als Antwort an den Spammer gesendet werden,
in dem auf das Datenschutzgesetzt (BDSG) hingewiesen wird.
Einen entsprechenden Vordruck habe ich Ihnen in Textform hinterlegt: antispambrief.txt
Welche Maßnahmen gegen Spam helfen können habe ich bereits im ersten
Artikel beschrieben, daher gehe ich hier nur kurz nocheinmal darauf ein.
Beispielsweise kann man seinen Besuchern auf der Internetseite kaum verweigern,
Kontakt per E-Mail aufzunehmen.
Dieser Fakt wird bekanntlich auch von Spammern ausgenutzt und das Internet wird
systematisch nach E-Mail Adressen durchsucht.
Homepagebesitzer
können hier schon ein wenig vorbeugen, in dem man den Quellcode im HTML
etwas ändert und die E-Mail Adresse codiert hinterlässt:
<a href="mailto:mr@brai
n-pro.de">E-Mail
an Brain-Pro - Marko Rogge senden</a>.
Wenn Sie nun diesen Code in einen HTML Editor eingeben und als HTML ausgeben
können Sie sehen, dass die E-Mail dennoch durch Anklicken aktiviert werden
kann aber nicht mehr im Quellcode vorhanden ist.
Eine Testdatei in dieser Form finden Sie hier: http://www.brain-pro.de/mailtest.htm
Weiterhin halte ich es für erachtenswert, dass man seine E-Mail Adresse
nicht in jeden Newsletter einträgt und sparsam mit Gästebucheinträgen
ist.
Ratsam ist es ebenfalls, zwei E-Mail Adressen zu betreiben und bereits hier
ein Filtering durchzuführen.
Eine E-Mail Adresse kann für Freunde und Geschäftspartner angelegt
sein und sollte nirgends weiter publiziert werden.
Die zweite E-Mail Adresse kann verwendet werden für Newsletter, Gästebucheinträge
oder vergleichbare Aktivitäten im Internet.
Auf vielen Internetseiten ist es sogar Pflicht, dass man seine E-Mail Adresse
angeben muss um den Umfang einer Webseite nutzen zu können.
Hierbei sollten Betreiber von solchen Internetseiten darauf achten, dass User
die Möglichkeit haben sollten, die E-Mail Adresse nach außen unsichtbar
zu machen und diese nicht lesbar ist.
Eine Mitgliedschaft ist hierdurch nicht gefährdet und Newslettersysteme
die seriös arbeiten sind ebenfalls nicht davon betroffen.
Weiterhin existieren sehr viele kostenlose Programme (z.B. SpamBayes) die mit
Spam durchaus auf einem Client fertig werden können.
Wer sich eine Homepage zulegt, der kann bei seinem Provider anfragen, ob ein
Serverseitiger Schutz vor Spam möglich ist und hierbei als Beispiel Spam
Assassin zum Einsatz kommt.
Die Stuttgarter Agentur Fab.45 bietet derzeit aktuell recht günstig spamDetacher
an, dass ebenso auf dem Grundprinzip von Bayes arbeitet, nach dem die Analyse
benannt wurde.
Aus einer Pressemeldung:"Das selbstlernende Programm schleust alle eingehenden
Daten durch ein ausgeklügeltes Filtersystem, welches unerwünschte
Nachrichten mit hoher Wahrscheinlichkeit erkennt und automatisch aussortiert.
Das individuelle Verhalten der Systembenutzer, die ja beim Filtern ihrer Mails
meist ganz persönliche Maßstäbe anlegen, fließt dabei
in die Wertung mit ein."
Weitere
E-Mail Spam Programme und Tools:
NoHTML: http://ntbugtraq.ntadvice.com/download/Nohtml.zip (NoHTML PlugIn um
E-Mails in Klartext darzustellen)
SAProxy: http://saproxy.bloomba.com/
SPAMNet: http://www.cloudmark.com/
SPAMPal: http://www.spampal.org/
MailShield Desktop: http://www.lyris.com/store/mailshield/desktop/download.html
SPAM Assassin: http://spamassassin.org/index.html
K9-Spam Filter: http://www.thebatworld.de/spam/k9.htm
Antispamware: http://www.antispamware.de/
SpamDetacher: http://www.fab45.net
Danke schön für das Lektorat, Kontrolle, Kritik und Anregungen an: Simon Moser, Mixter, Tibor Bauer und Ines Schwanke.
Beste
Grüße, Marko Rogge // IT-Sicherheits Berater
Brain-Pro Security : www.brain-pro.de
02.10.2003
Dieser Artikel: http://www.brain-pro.de/spam.htm PDF: http://www.brain-pro.de/pdf/spam.pdf
Dieser Bericht ist in guter Absicht und mühsamer Arbeit
erstellt worden, daher möchte ich Sie bitten keine Anleitung und/oder andere
Texte frei zu kopieren.
Unter Angabe des Autors und der URL sowie eine Benachrichtigung per E-Mail ist
eine weitere Veröffentlichung jederzeit möglich.
Vielen Dank für Ihr Interesse, Ihr Marko Rogge